Tiertötung: Tierschützer protestieren erneut gegen Tötung von 200 Tauben

Die Stadt Limburg will seit Längerem die Zahl ihrer Tauben verringern – es seien zu viele. Auch nach der Aufhebung des Erlasses eines Ministeriums warnen Tierschützer vor massenhaftem Genickbruch.

Auch nach der Aufhebung eines ministeriellen Erlasses zu Stadttauben befürchten Tierschützer weiterhin die Tötung von 200 dieser Tiere in Limburg. Zwar sei aus ihrer Sicht der Stadt damit die wichtigste Rechtsgrundlage für diesen Plan entzogen worden, teilten drei Tierschutzverbände in Wiesbaden mit. Doch „die geplanten Taubentötungen der Stadt Limburg und die davon ausgehende Vorbildwirkung für andere hessische Städte sind noch nicht vom Tisch“, hieß es weiter.

Die erwogene Tötung mit Genickbruch sei grausam. Die Tierärztin Kirsten Tönnies sagte, zuvor müsste ein Schädlingsbekämpfer die Tauben mit einem Stock auf den Kopf bewusstlos schlagen. Dabei könne es viele Fehlschläge geben, die Tauben fingen dann in Todesangst an zu zappeln.

Tierschützer verweisen auf Gerichtsurteile

Die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht, Barbara Felde, verwies auf mehrere Gerichtsurteile in Deutschland, wonach das Fangverbot für Vögel nach der Bundesartenschutzverordnung auch für Stadttauben gelte. 

Die Tierschützer betonten, betreute Taubenschläge seien die bessere Lösung, wenn die Population dieser Tiere in einer Stadt zu groß werde. „In Taubenschlägen und -türmen werden sie mit artgerechtem Futter versorgt, ihre Eier zur Bestandsreduktion gegen Gipsattrappen getauscht und ihr Kot gesammelt“, hieß es. Dies funktioniere beispielsweise in Gießen – und auch für Marburg und Wetzlar gebe es dafür Planungsgespräche.

Tauben gelten wieder als richtige Wildtiere

Das hessische Landwirtschaftsministerium hat nach eigenen Angaben nach einer internen Überprüfung einen Erlass von 2022 aufgehoben, wonach Stadttauben im besiedelten Gebiet nicht als wildlebende Tiere angesehen worden waren. Nun gelten die Tiere wieder als richtige Wildtiere im Sinne der Bundesartenschutzverordnung. 

Die Stadt Limburg wartet nach eigener Auskunft auf eine Mitteilung der Unteren Naturschutzbehörde, ob eine besondere Genehmigung für das Einfangen und Töten der Tauben nötig ist. So lange warte die Stadt noch mit der Auftragsvergabe an einen schon gefundenen Schädlingsbekämpfer. Die seit Längerem vorgesehene Tötung von 200 Tauben solle nach jetzigem Stand nach wie vor am 22. April beginnen. Es gebe zu viele dieser Vögel im Stadtgebiet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert