Sommerferien-Ende: 397 Lehrerstellen im neuen Schuljahr in MV unbesetzt

Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern strömen in rund einer Woche zurück in die Schulen. Doch in einigen Fächern fehlen Lehrer. Was sagen die Schüler zu dem Defizit?

Mit dem Ende der Sommerferien strömen die Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in rund einer Woche (8. September) zurück in ihre Schulen. An vielen Schulen sind ausgeschriebene Lehrerstellen allerdings noch unbesetzt. 

Wie viele Lehrer fehlen zum Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern?

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Karriereportal für den Schuldienst aktuell 397 Lehrerstellen an unterschiedlichen Schulen ausgeschrieben – 392 davon unbefristet. 

Die finalen Einstellungs-Zahlen zum neuen Schuljahr liegen aktuell nicht vor, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Sie sollen demnach auf der Landespressekonferenz am 9. September vorgestellt werden. 

Ist noch ausreichend Geld für Vertretungslehrer in den Töpfen?

Für mögliche Vertretungslehrer stehen laut Sprecher ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. 

Werden vor den Sommerferien freigestellte Lehrer nach den Ferien wieder angestellt?

Befristete Verträge gibt es laut Ministerium aus Vertretungsgründen – unter anderem aufgrund von Mutterschutz oder Elternzeit. „Wobei auch hier der Grundsatz besteht, nach Möglichkeit unbefristet einzustellen oder aus besonderen Beschäftigungsverhältnissen zum Beispiel im Rahmen der Ausbildung als Lehrkräfte im Seiteneinstieg“, sagte der Behördensprecher. Die Dauer des Arbeitsverhältnisses richte sich in diesen Fällen nach dem Befristungsgrund, also der Dauer des Ausfalls einer zu vertretenden Lehrkraft oder der Mutterschutzdauer. 

„Ferien werden bei der Beschäftigung nicht ausgespart, wenn der Vertrag mindestens schon ein Schulhalbjahr bestand.“ Dies gelte sowohl für die Einstellung als Lehrkraft, als auch für die Beschäftigung als externe Vertretungskraft zur Unterstützung an der Schule.

Wie geht es den Schülerinnen und Schülern?

Fehlende Lehrkräfte und unbesetzte Stellen „bedeutet für uns Schülerinnen und Schüler nicht nur mehr Unterrichtsausfall, sondern auch, dass die vorhandenen Lehrkräfte oft deutlich älter sind und somit Schwierigkeiten haben, auf neue Bedingungen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz oder moderne Lehrmethoden flexibel einzugehen“, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern, Felix Wizowsky.

Die Lage habe sich aus Sicht der Schülerinnen und Schüler in den vergangenen zehn Jahren eher verschlechtert. „Es gehen mehr Lehrkräfte in den Ruhestand, als neue nachkommen. Viele Lehrkräfte arbeiten bereits länger, als sie eigentlich müssten, um den Unterricht überhaupt abzusichern.“

Grund für diese Defizite sei aus Sicht des Landesschülerrats unter anderem, dass der Weg in den Lehrerberuf nicht attraktiv genug sei. „Wir brauchen vor allem junge und engagierte Lehrkräfte, die unsere Lebenswirklichkeit kennen und moderne Lernmethoden umsetzen können.“ 

Der Lehrkräftemangel sei für das Schulsystem aktuell die zentrale Herausforderung. Nötig sei demnach eine nachhaltige Strategie, um die Ausbildung attraktiver zu machen und junge Lehrkräfte zu gewinnen.

Als Schritt in die richtige Richtung – gegen die Folgen des Lehrkräftemangels – sehen die Schülerinnen und Schüler die „Digitale Landesschule“. Der Unterrichtsausfall könne damit zwar nicht vollständig kompensiert, aber die Folgen würden abgemildert werden.

Was sagt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft?

„Die Herausforderungen, die der Lehrkräftemangel stellt, ist nach wie vor hoch“, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Mecklenburg-Vorpommern. Ein großes Problem sei es demnach, dass viele Lehrkräfte aus Altersgründen ausscheiden und diese Stellen nicht neu besetzt werden können. Zum Beginn des neuen Schuljahrs werde sich zeigen, inwieweit die Maßnahmen des Bildungsministeriums greifen.

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