Serienhype: Fünf Gründe, warum alle über „The Summer I Turned Pretty“ sprechen

In „The Summer I Turned Pretty“ steht Heldin Belly zwischen zwei (attraktiven) Brüdern. Obwohl die Darsteller erst Anfang 20 sind, steht die Serie auch bei Millennials hoch im Kurs.

Gefühlt reden alle gerade über „The Summer I Turned Pretty“. Jeden Mittwoch können Fans eine neue Folge der dritten (und letzten) Staffel bei Prime Video sehen. Und immer lösen die neuen Episoden einen Hype im Netz aus. In der Serie geht es um die junge Belly Conklin, die ihr Leben lang mit ihrem Bruder Steven im Sommerhaus der besten Freundin ihrer Mutter in Cousins Beach Urlaub gemacht hat. Neben den Müttern waren auch Conrad und Jeremiah Fisher mit dabei, die Belly (als jüngstem Mitglied in der Viererclique) gehörig den Kopf verdreht haben. 

„The Summer I Turned Pretty“: Serie löst Hype aus

Nach zwei Staffeln Liebeswirrwarr und Gefühlschaos hat sich Belly zu Beginn der dritten Staffel anscheinend endgültig für Jeremiah entschieden, den jüngeren der beiden Brüder. Der ebenso hübsche, aber eher vergrübelte Bruder Conrad hegt immer noch Gefühle für Belly. Und sie auch für ihn? Um diese Frage dreht sich die dritte Staffel, die die Fans gerade in Atem hält. Aber warum löst die Serie eigentlich so einen Hype aus? Und warum wird sie nicht nur von Teenies und 20-Jährigen geguckt, sondern auch von älteren Millennials?

1. Zu schön, um wahr zu sein

Da ist zum einen das Offensichtliche: die Optik. In „The Summer I Turned Pretty“ sieht alles, genau, pretty aus. Die vornehmlich jungen Schauspieler und Schauspielerinnen sind durchweg attraktiv und wie aus dem Ei gepellt. Und dann spielt das Ganze auch noch in einer perfekten Ostküstenkulisse in den USA. Helle Strandhäuser, überall blaue und rote Hortensien, türkis glitzernde Pools und natürlich das Meer als Hintergrund. Könnte es schöner sein? Kaum. Die Serie liefert optimalen Eskapismus von einer Welt, die gerade eher grau und trist wirkt.

2. (Nochmal) jung fühlen 

Wenn Belly und Jeremiah in der aktuellen Staffel ihre Hochzeit planen und damit gefühlt fünf Schritte bis zum Erwachsenwerden überspringen, zeigt die Serie eine Gefühlsduseligkeit, die man nur als Teenie oder Tweenie kennt. Da ist die erste Liebe, die man einfach nicht vergessen kann. Diese riesigen Gefühle, die manchmal so wirken, als könnten sie einen erdrücken. Steckt man drinnen, kann man sich kaum ein größeres Drama vorstellen. Mit ein wenig (Alters-)Abstand betrachtet, sind die Dramen dann gar nicht mehr so groß. Und so bewegt die Serie eben nicht nur die Zielgruppe, die dem Alter der Protagonisten entspricht, sondern auch ältere Fans. Sie erlaubt ihnen, sich nochmal jung zu fühlen und diese immensen Gefühle erneut zu erleben. 

3. Team Conrad vs. Team Jeremiah

Eine Frau steht zwischen zwei (hübschen) Männern. Wo haben wir das schon mal gesehen? Ach ja. Die Frage nach Team Edward oder Team Jacob (aus dem „Twilight“-Franchise) bewegte Millennials in den Nullerjahren wie kaum ein anderes Thema. Und auch unter Fans von „The Summer I Turned Pretty“ haben sich zwei Teams gebildet: Team Conrad und Team Jeremiah. Zugegeben, Team Conrad hat im Verlauf der aktuell ausgestrahlten Staffel mehr Mitglieder gewonnen als das gegnerische Team. 

Die Zuordnung zu einer Gruppe schafft das Gefühl von Gemeinschaft. Im Netz tauschen sich Fans untereinander aus, teilen Memes zu ihren Lieblingen und stellen Theorien auf, für welches Team sich Belly am Ende entscheiden wird. Ein eigentlich harmloser Spaß, der für den Darsteller von Jeremiah Fisher bereits gefährlich wurde. Gavin Casalegno verriet, dass er bereits Hassnachrichten erhalte, weil er den weniger beliebten Bruder spiele. 

4. Social Media hilft dem Hype 

Wie immer, wenn eine Serie die Massen bewegt, wird der Hype im Netz angefeuert. „The Summer I Turned Pretty“ ist da keine Ausnahme. Unter diversen Hashtags diskutieren Fans nach jeder neuen Folge auf Instagram, X, und Reddit. Immer auf der Suche nach Hinweisen, die Jenny Han, die Autorin der Romanvorlage und Creatorin der Serie, in der Episode versteckt haben könnte. Da werden Farbgebungen analysiert (rot steht für Conrad, blau für Jeremiah) und die Songauswahl diskutiert. Denn die „TSITP“-Fanbase trifft auf eine andere, noch größere Fanbase: die Swifties. Immer wieder nutzt Jenny Han in den Folgen Songs von Taylor Swift. Nicht selten in Szenen, die Belly Conklin und Conrad Fisher gemeinsam zeigen. Und so wird jede einzelne Songzeile seziert. Bei „The Summer I Turned Pretty“ scheint genauso wenig zufällig zu passieren wie im Swift-Universum. 

5. Große Gefühle, große Dramen – aber am Ende nicht weltbewegend 

Schaut man sich die Reaktionen mancher Fans auf die Serie an, könnte man meinen, dass es keine wichtigere Entscheidung geben könnte als die Antwort auf die Frage: Team Conrad oder Team Jeremiah? Dabei, seien wir ehrlich, ist „The Summer I Turned Pretty“ zwar eine schön inszenierte und nett geschriebene Serie, die große Gefühle thematisiert, aber am Ende nicht weltbewegend. Sie ist einfach nur purer Eskapismus – und das ist keineswegs despektierlich gemeint. Eine gute Geschichte zu schreiben und umzusetzen, die beim Leser/Zuschauer Emotionen auslöst, klingt einfach, ist aber große Kunst.

Diese Kunst ist genau das, wonach Menschen aktuell lechzen. Das Leben ist beängstigend genug. Wer möchte da nicht für eine knappe Stunde wöchentlich in den fiktiven Ort Cousins Beach reisen, wo die Welt in Ordnung zu sein scheint? In Cousins Beach muss man „nur“ entscheiden, mit welchem schönen Mann man in den Sonnenuntergang reiten möchte. 

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