Freizeit: Baden-Württemberg als Spielfeld: Wer kann Kultfigur?

Was verbindet Äffle und Pferdle, Boris Palmer und Bächleputzer? Ein Blick auf Figuren, die den Südwesten prägen – und als Spielfigur ein Renner werden könnten. So wie jüngst die „Schwarzwald Marie“.

Legomännchen, Barbiepuppen oder Figuren von Playmobil – mit dem richtigen Riecher werden Spielfiguren auch fix mal zum Bestseller. Jüngstes Beispiel: die Playmo-„Schwarzwald Marie“. Kaum von der Schwarzwald Tourismus GmbH ins Spiel gebracht, schon vielerorts vergriffen. Wer könnte im Südwesten noch das Zeug zur Kultfigur haben? Tipps hier:

Boris Palmer

Immer für Streit, Sturheit und eine Schlagzeile gut. Der Mann mit eisgrauem Haar gepaart mit schwäbischer Bockigkeit weiß alles besser und würde sich doch gut machen als Spielfigur, oder? Auf dem Fahrrad natürlich, mit erhobenem Zeigefinger und immer auf der Suche nach politischer Korrektheit.

Jogi Löw

Der Mann mit der legendären Seitentasche und der Prinz-Eisenherz-Frisur. Er eroberte einst ganze Stadien mit Seidenschal und Rollkragenpullover und führte die deutsche Nationalmannschaft in ungeahnte Höhen. Und Tiefen. Manchmal kratzte er sich an ungewöhnlichen Stellen.

Malaika Mihambo

Eine Queen von Kopf bis Fuß. Sie sprang mit gazellenhafter Leichtigkeit der Konkurrenz weit davon. Sie war Olympiasiegerin, zweimal Weltmeisterin und ist gerade wieder deutsche Meisterin im Weitsprung. Und war sogar dann noch stark, als sie 2024 wegen der Folgen einer Corona-Infektion im Rollstuhl aus dem Stadion gerollt wurde – als Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Paris.

Königin Silvia von Schweden

Auch sie eine Queen, und das im Wortsinn: Als Königin von Schweden steht sie seit Jahrzehnten ihre Frau. Die gebürtige Heidelbergerin lernte als Hostess bei den Olympischen Spielen ihren späteren Mann Carl Gustav kennen. Musste in ihrem Job und Privatleben schon einiges weglächeln. Drei Kinder zog sie groß, ihr soziales Engagement ist enorm. Gerüchte über ihren Mann beschäftigten zeitweise die Boulevardpresse. Silvias Lächeln hält bis heute.

Bertha Benz und Gottlieb Daimler

Pionierin und Pionier des Automobils – die beiden gehen nur als Doppelpack.

Sie: Fährt 1888 ohne Fahrerlaubnis in einem nicht zugelassenen Wagen von Mannheim nach Pforzheim und zurück. Ein mutiger Schritt für die Frau, die mit dem Automobilerfinder Carl Benz verheiratet ist – und rückblickend ein Meilenstein in der Geschichte des Autos. Sie gilt seither als erst Autofahrerin. Ihren Mann hatte sie vorher übrigens gar nicht erst gefragt.

Er: Ein listiger Tüftler, der sich mit „Glührohrzündung“ und „Kurvennutensteuerung“ herumschlägt und schließlich gemeinsam mit Wilhelm Maybach den ersten schnell laufenden Verbrennungsmotor entwickelt. Maybach und Daimler entwickelten zeitgleich mit Carl Benz die ersten Automobile der Welt.

Äffle und Pferdle

Das schwer schwäbelnde Zeichentrick-Duo ist definitiv Kult. Der Süddeutsche Rundfunk (Vorgänger des SWR) ließ das ulkige Paar in den 1960er Jahren für kurze Einspieler zwischen Werbeblöcken entwickeln. Das Publikum liebte seine Ein-Satz-Dialoge, gerne verziert mit „gell?“ und „ha noi!“. In einigen Städten Baden-Württembergs gibt es sogar „Äffle“ und „Pferdle“-Ampeln.

Bächleputzer

Was dem Schwaben die wienernde Hausfrau ist, sind dem Freiburger die Bächleputzer. Die müssen die Bächle in der Altstadt sauber halten – immerhin rund neun Kilometer. Ausgerüstet mit Stahlbesen und Stahlhaken ziehen die wackeren Gesellen allmorgendlich los und befreien die jahrhundertealten Bächle von Müll, Moos und Unrat. Sie gehören zu Freiburg wie das Münster.

Schwäbisch-alemannische Hexe

Sie könnten in jedem kindlichen Alptraum vorkommen, sind aber nur auf der Suche nach Spaß und Schabernack. Zur Fasnetzeit ziehen sie mit gruseligen, aufwendig gestaltete Masken hakennasig durch die Straßen, tragen derbe Röcke und Kittel und fuhrwerken gar furchteinflößend mit Reisigbesen herum. Aber eigentlich wollen sie echt nur spielen.

Felchenfischer

Was braucht der Mann (weibliche Bodenseefischer gibt es kaum)? Angeln, Netz, Geduld und auch stoische Hoffnung. Denn zwar ist der Bodensee groß, aber die Fische sind wenig. Der Beruf der Felchenfischer ist vom Aussterben bedroht. Vielleicht fängt sich der Fischer ja wieder – als Spielfigur?

Verfassungsrichter

Rote Robe, unantastbare Würde, ein Gesichtsausdruck zwischen sehr ernst oder doch wenigstens sehr neutral: Ob Hüter oder Hüterin des Gesetzes, man braucht auf jeden Fall Bundesverfassungsrichter. Oder bald eine nigelnagelneue Verfassungsrichterin – wenigstens im Spielfiguren-Portfolio? Also alles was recht ist.

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