Tausende Menschen müssen am frühen Sonntagmorgen ihre Häuser verlassen. Der Hauptbahnhof wird über Stunden gesperrt. Denn nahe dem ehemaligen Güterbahnhof werden weitere Weltkriegsbomben vermutet.
Rund 15.400 Menschen aus mehreren Osnabrücker Stadtteilen müssen heute bis 7.00 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Zudem wird der Hauptbahnhof den ganzen Tag gesperrt. Der Grund: Rund um das Lokviertel am ehemaligen Güterbahnhof gibt es die nächste Bombenräumung. Bei Sondierungen wurden vier Verdachtspunkte ausgemacht, die genauer untersucht und – wenn erforderlich – vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unschädlich gemacht werden sollen, wie die Stadt mitteilte. Sie geht davon aus, dass die Evakuierung bis zum Abend dauert.
Betroffen sind Bewohner in den Stadtteilen Innenstadt, Fledder, Gartlage, Schölerberg und Schinkel. Auch das Marienhospital und das Christliche Kinderkrankenhaus sowie vier Pflegeheime liegen erneut im Evakuierungskreis.
Auch der Hauptbahnhof liegt innerhalb des Evakuierungsgebietes. Er werde deswegen gesperrt, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Züge des Güter- und Fernverkehrs werden umgeleitet. Es komme zu längeren Fahrzeiten und Halteausfällen im Fernverkehr. Auch im Regional- und Nahverkehr werde es ganztags zu Einschränkungen kommen, hieß es.
In der Stadt gab es zuletzt wiederholt umfassende Evakuierungen wegen des Fundes von Weltkriegsbomben. „Im Krieg ist der Kreuzungsbahnhof massiv bombardiert worden, weil er ein bedeutendes strategisches Ziel war. In einem Großteil des Gebietes haben noch gar keine Sondierungen stattgefunden, es ist jedoch auch dort mit weiteren Funden zu rechnen“, hatte die Stadt im Februar mitgeteilt.