Das Gelände am Wikingeck in Schleswig gilt als eine der größten bekannten Altlasten in Schleswig-Holstein. Die Sanierung läuft. Eines ist aber noch immer nicht geklärt.
Die Sanierung des mit Schadstoffen belasteten Geländes am Wikingeck an der Schlei in Schleswig geht voran. „Die Arbeiten befinden sich im Zeitplan. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Sanierung am Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird“, sagte der Sprecher des Kreises Schleswig-Flensburg, Marko Wolter. Aktuell werde weiterhin an Land gearbeitet, zudem werde der Beginn der wasserseitigen Sanierung vorbereitet.
Bei der landseitigen Sanierung wird ein sogenanntes Wabenverfahren genutzt. Dabei werden Waben in den Boden eingebracht, das darin befindliche Erdreich durch einen Bagger ausgehoben und anschließend unbelasteter Boden in die Waben gefüllt.
Bei der wasserseitigen Sanierung wird nach Angaben des Kreissprechers mit einem Saugverfahren der obere Teil des Schlei-Sediments ausgehoben. Dieses Gemisch aus Boden und Wasser wird anschließend aufbereitet, der Boden entfernt und das entnommene Wasser gereinigt zurück in die Schlei geleitet.
Eine der größten bekannten Altlasten im Land
Von dem Grundstück eines ehemaligen Gaswerks und einer Teer- und Dachpappenfabrik am Wikingeck gelangen bereits seit Jahrzehnten giftige Stoffe durch den kontaminierten Boden in die Schlei. Das betroffene Areal umfasst rund 6.110 Quadratmeter Land- und etwa 3.400 Quadratmeter Wasserfläche. Es gilt als eine der größten bekannten Altlasten in Schleswig-Holstein. Im Oktober 2023 haben die Sanierungsarbeiten begonnen.
Streit über die Finanzierung zwischen Bund und Kreis
Über die Finanzierung der Maßnahme gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen Kreis und Bund. Denn die Frage der Eigentumsverhältnisse ist zwischen den Beteiligten umstritten. So ist der Kreis der Ansicht, dass der Bund als Eigentümer der Fläche zwei Drittel der Kosten übernehmen muss. Der Bund argumentiert unter anderem, er habe kein Eigentum an den betroffenen Grundstücken.
Eine juristische Auseinandersetzung läuft seit längerem. Am 22. Mai 2025 wird es demnach am Verwaltungsgericht in Schleswig einen weiteren Termin in der Streitigkeit geben. Im Sinne der Sache sei geboten, dass Kreis und Bund – auch in Anbetracht der weit fortgeschrittenen Arbeiten – eine tragfähige Lösung finden, „bestmöglich außergerichtlich“, teilte der Kreis mit.