Naturschutz: Schwalben kehren zurück – Zeit für künstliche Nester

Wenn Schwalben aus Afrika nach Hessen zurückkommen, haben sie Tausende Kilometer hinter sich. Der Nestbau ist für sie zum Teil schwieriger geworden. Tipps zur Unterstützung der kleinen Flugakrobaten.

Angesichts immer weniger Nistmöglichkeiten für Schwalben rufen Naturschützer zum Anbringen künstlicher Nester für die auch nach Hessen zurückkehrenden flinken Zugvögel auf. „Die Rauchschwalbe ist schon Mitte März aus Afrika zurückgekehrt und ab Mitte April kommt auch die Mehlschwalbe wieder“, erklärt Berthold Langenhorst, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in Hessen mit Sitz in Wetzlar. 

Schwalben sind Kulturfolger. Einst galten die Sommervögel als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und das Vieh vor Krankheiten bewahrten. Heute brüten laut Langenhorst noch rund 40.000 Rauch- und 50.0000 Mehlschwalben-Paare in Hessen.

Zahl der Schwalben sinkt

Ihre Zahl sinkt laut dem Nabu langsam weiter mit immer weniger Insekten als Nahrung, fehlenden Nistmöglichkeiten an modernen glatten und geschlossenen Fassaden und weniger Pfützenlehm für den Nestbau im Zuge der Asphaltierung von Feldwegen. Künstliche Nester nehmen Schwalben dem Naturschutzverband zufolge aber gerne an.

Die Mehlschwalbe mit leuchtend weißem Bauch, dunkler Oberseite und tief gekerbtem Schwanz nistet gerne unter geschützten Dachvorsprüngen in mindestens zweieinhalb Meter Höhe. Es sollte keine Westfassade sein, warnt Langenhorst. Von dieser Himmelsrichtung kämen zu oft Regen und Wind. 

Rauchschwalben nisten in Gebäuden

Rauchschwalben haben eine braunrote Kehle und Stirn und lange, tief gegabelte Schwänze. Ihre Bezeichnung haben sie von ihrem früheren häufigen Nestbau an offenen Kaminen und Rauchfängen. Heute nehmen Rauchschwalben künstliche Nester an Balken und Wänden in Ställen, Scheunen und anderen Gebäuden an – wenn es Öffnungen zum Ein- und Ausflug gibt. 

Kot und Reste von Nistmaterial der Schwalben an Fassaden und auf dem Boden nerven oft Menschen. „Viele Nester werden daher mutwillig zerstört, dabei würde ein einfaches, einen halben Meter unterhalb der Nester angebrachtes Brett oder eine regelmäßige Säuberung bereits wirksam Abhilfe schaffen“, erklärt der Nabu. 

Schwalbennester sind gesetzlich geschützt

Ohnehin dürften von Schwalben mühsam gebaute Nester nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt werden. Umgekehrt kann, wer den kleinen Flugkünstlern an einem „schwalbenfreundlichen Haus“ eine Unterkunft bietet, sich beim Nabu eine lobende Plakette für seine Fassade besorgen.

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