Sebastian Hoeneß gibt nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Finale ein TV-Interview. Dann wird der Trainer des VfB Stuttgart auf eine Versammlung im Strafraum aufmerksam – und muss sich beeilen.
Für das wichtigste Mannschaftsfoto der jüngeren Vereinsgeschichte brach Sebastian Hoeneß sein Fernseh-Interview ab und raste zu seinem Team. „Ob man es einen Sprint nennen kann, weiß ich nicht, aber für meine Verhältnisse war es ein Sprint, für andere war es wahrscheinlich ein Dauerlauf. Auf jeden Fall wollte ich sehr schnell hin“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem 3:1 (1:0) gegen Bundesliga-Rivale RB Leipzig und dem ersten Einzug ins Pokalfinale seit 2013.
Der 42-Jährige schilderte die Momente nach dem Schlusspfiff in bester Laune. „Ich habe ein Interview gegeben beim ZDF und habe dann auf dem Bildschirm gesehen, dass die Mannschaft und alle Betreuer und alle sich im Tor positionieren“, sagte der Coach. „Und dann musste ich das Interview abbrechen, weil ich auch gerne auf dem Foto sein wollte.“ Er habe gedacht, dass der Rasen feucht sei und er reinrutschen könne. „Das hat nicht so gut funktioniert. Aber ich wollte natürlich dabei sein“, meinte er schmunzelnd.
Stuttgart hat die Chance auf den ersten Titel seit 2007
Am 24. Mai kann sich der VfB Stuttgart mit einem Sieg im Berliner Olympiastadion gegen den klaren Außenseiter Arminia Bielefeld den ersten Titel seit der deutschen Meisterschaft 2007 sichern. Es wäre der erste Triumph der Schwaben im DFB-Pokal seit 1997 unter dem damaligen Trainer Joachim Löw. Drittligist Bielefeld hatte sich am Dienstag sensationell gegen Doublegewinner Bayer Leverkusen durchgesetzt und nun bereits vier Bundesligisten aus dem Pokal geworfen.
Mit dem Erfolg gegen die Leipziger von Interimscoach Zsolt Löw beendeten die Stuttgarter eine Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg. Mit dem Finaleinzug sei ein Traum auch von ihm persönlich in Erfüllung gegangen, erzählte Hoeneß: „Das ist einfach großartig.“