Naturkatastrophe: Zahl der Erdbebenopfer in Myanmar steigt weiter

In Myanmar werden nach dem Beben immer mehr Tote gefunden – aber manchmal auch Überlebende. Hilfsorganisationen warnen, dass das ganze Ausmaß des Desasters noch immer nicht bekannt ist.

Im Erdbebengebiet in Myanmar ist die Zahl der Todesopfer fünf Tage nach der Katastrophe weiter gestiegen. Nach Angaben der regierenden Militärjunta wurden mittlerweile 2.886 Leichen gefunden. Mehr als 4.600 Menschen wurden demnach verletzt, rund 370 werden noch vermisst. Junta-Chef Min Aung Hlaing hatte bereits am Dienstag erklärt, dass es für die Verschütteten aber kaum noch Hoffnung gebe. 

Nach fünf Tagen lebend gefunden

Doch es gibt auch Ausnahmen: Fünf Tage nach den Erdstößen wurde der Militärjunta zufolge ein 26-Jähriger lebend in den Trümmern eines Hotels gefunden. An seiner Rettung sollen türkische Einsatzkräfte beteiligt gewesen sein. Am Dienstag war eine ältere Frau nach mehr als 90 Stunden lebend in den Trümmern eines Gebäudes gefunden worden.

Hilfsorganisationen zufolge könnte die Zahl der Vermissten noch viel höher sein, als die offiziellen Statistiken vermuten lassen. Wegen des anhaltenden Konflikts, Kommunikationsausfällen und Zugangsbeschränkungen sei es aber noch immer schwierig, das volle Ausmaß der Schäden und des medizinischen Bedarfs zu ermitteln, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Zudem sei bislang noch wenig über die Situation in weiter entlegenen Gebieten bekannt. 

Internationale Gemeinschaft gefragt

Das Beben der Stärke 7,7 hatte am Freitag vor allem die zweitgrößte Stadt Mandalay, die Region Sagaing und die Hauptstadt Naypyidaw erschüttert. Es war noch im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Bangkok zu spüren.

„Mit jeder Stunde wird das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlicher. Dieses Erdbeben trifft ein Land, das sich ohnehin schon in einer schweren humanitären Krise befindet“, sagte Arif Noor, Länderdirektor der Organisation Care Myanmar. Die Lage sei dramatisch. Die Internationale Gemeinschaft müsse den Menschen im früheren Birma jetzt beistehen.

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