Nach dem Starkbieranstich auf dem Nockherberg folgt das Pendant im Hofbräuhaus, mit dem Kabarettisten Django Asül. Auch hier müssen die anwesenden und nicht anwesenden Spitzenpolitiker einstecken.
Spitzen gegen Markus Söder, Hubert Aiwanger, aber auch gegen CDU, Grüne und SPD: Beim Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus ist der Kabarettist Django Asül über Spitzenpolitiker aus Land und Bund hergezogen. Unter anderem die Koalitionsverhandlungen nahm er aufs Korn.
Statt einer GroKo werde es „bestenfalls eine MiKo. Also eine Minikoalition“. CDU-Chef Friedrich Merz dürfe jetzt mit der SPD regieren. „Bringt ihm auch nix. Außer dass er jetzt halt bis zur Neuwahl im Herbst Kanzler sein darf.“ Zudem spießte Asül Söders Aversion gegen die Grünen auf: Söder habe in einem Interview vor Jahren mal gesagt, Schwarz-Grün habe einen ganz großen Reiz. Er habe aber nicht verraten, ob er Brechreiz oder Würgereiz meine.
Mitleid zollte Asül angesichts der schon beschlossenen Grundgesetzänderung zur Ermöglichung von Milliardenschulden Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU): „Weil er als solider Finanzmann mit ansehen muss, wie schnell aus Milliarden, die man nicht hat, sogar Billionen werden“. Aber bei den Bundesfinanzen würden die Grundrechenarten derzeit außer Kraft gesetzt.
Asüls Kabinetts-Spekulationen
Zudem spottete Asül über die anstehende Kabinettsbildung. Wenn es um Entertainment gehe, gehöre das Verkehrsministerium natürlich wieder in die Hände der CSU, sagte er. Wobei er sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt auch sehr gut als Verteidigungsminister vorstellen könnte: „Der Alex war immerhin dreimal in Folge Schützenmeister in Peißenberg.“ Über SPD-Chefin Saskia Esken lästerte er: „Wer in die Bundespolitik will, sollte sich unbedingt an ihr ein Beispiel nehmen. Wichtig ist: Man darf nur keine hohen Anforderungen an sich selber stellen. Man muss nur ein hohes Amt haben wollen.“ Und bei der CDU werde Jens Spahn jetzt als Bundesminister gehandelt. „Und wir reden hier über Kompetenz.“
Aiwangers Chancenlosigkeit
Genüsslich spottete er auch über die erneut erfolglosen Bundestags-Ambitionen von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger: „Hubert, mit deinem Instinkt hast du die Chancenlosigkeit förmlich gerochen.“ Und den Trumpf habe er souverän ausgespielt. Auf dem Marsch nach Berlin sei Aiwanger kurz vor Regensburg gestrandet. Weiter lästerte Asül, er habe nun gelesen: Bayerische Rakete erfolgreich gestartet und abgestürzt. „Und mein erster Gedanke war: Was hat denn der Aiwanger schon wieder angestellt?“
Aber auch der zerbrochenen Ampel-Koalition hielt Asül den Spiegel vor: Erstmals drei Jahre Rezession in Folge – „das schafft eine Regierung nicht, indem sie die Hände in den Schoß legt. Das geht nur mit harter Arbeit.“
Füracker entschuldigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der in dieser Woche zu Koalitionsverhandlungen in Berlin ist. Wäre Söder Kanzlerkandidat gewesen, wäre er längst zum Kanzler gewählt und damit als Bundeskanzler zum Maibockanstich gekommen, mutmaßte Füracker in seiner launigen Begrüßungsrede. Und gab eine Botschaft weiter: „Es wird keine Vorschrift eingeführt, dass Essen vor dem Verzehr zwingend fotografiert werden muss.“