Kosmetik: Wegen Zöllen – Weleda prüft Produktion in USA

Das Geschäft mit Naturkosmetik und Gesundheitsprodukten brummt bei dem Schweizer Hersteller. Davon soll auch der deutsche Standort profitieren. Weleda setzt auf Social Media. Und blickt nach Amerika.

Der Naturkosmetikhersteller Weleda aus der Schweiz will angesichts der angedrohten US-Zölle auf europäische Produkte womöglich auch eine Produktion in den USA aufbauen. „Wir prüfen das seit einigen Wochen“, sagt Weleda-Chefin Tina Müller der Deutschen Presse-Agentur. Es geht unter anderem darum, ob bei einem eventuellen Einstieg in den USA nur dort abgefüllt oder dort auch komplett produziert werden soll.

Das Unternehmen mit einem großen Standort in Schwäbisch Gmünd rund 50 Kilometer östlich von Stuttgart blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück und hat einen neuen Fokus auf eine jüngere Zielgruppe gelegt. Weleda sei etwa beim Start von Tiktok-Shop in Deutschland von Anfang an dabei, sagt Müller. Die Funktion ermöglicht Einkaufen direkt in der App.

Schwäbisch Gmünd profitiert 

Weil die Weleda-Geschäfte gut laufen, will das Unternehmen „perspektivisch“ mehr Leute einstellen. Das betrifft auch Deutschland: „Natürlich wird auch in Schwäbisch Gmünd aufgestockt“, sagt Müller. Dort war im September ein neues Logistikzentrum eingeweiht worden. Ende 2024 arbeiteten dort rund 930 Menschen, insgesamt hat das Unternehmen gut 2200 Beschäftigte. 

Bei den Augenprodukten (plus 32 Prozent Umsatz) werde in Schwäbisch Gmünd in mehreren Schichten gearbeitet. Die Kundschaft wachse, weil viele Menschen durch intensive Bildschirmnutzung trockene Augen bekämen, sagte Müller. Bei anderen Produktlinien sei dort noch Luft nach oben. 

Gewinn verdoppelt

Nach schwierigen Jahren ist Weleda unter der ehemaligen Chefin der Parfümeriekette Douglas auf starkem Wachstumskurs: In Asien, den USA, Ost- und Südeuropa sowie Benelux stieg der Umsatz 2024 im Jahresvergleich zweistellig, in Deutschland um 6,2 Prozent. Weltweit waren es plus 8,3 Prozent auf 456,2 Millionen Euro Umsatz – so viel wie nie in der Unternehmensgeschichte, die 1921 begann. 

Der Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit) hat sich auf 28,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Müller sieht sich auf gutem Weg, ihr Ziel zu erreichen, den Umsatz bis 2030 zu verdoppeln. 

Prinzessin und Influencerinnen

Weleda bringt mit der schwedischen Prinzessin Madeleine im Herbst eine Pflegeprodukte-Linie für Babys, Kinder und Teenager heraus. Auf der Kurzvideo-App Tiktok werden diese wie andere Weleda-Produkte mit Influencerinnen ab 18 Jahren beworben. „Mittel- und langfristig wird Tiktok der prägendste Beauty-Kanal“, glaubt Müller. Dort will sie die Generation Z (geboren zwischen 1995 und 2010) und die nachfolgende Generation Alpha erreichen.

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