Sieben Behälter mit hoch radioaktiven Atomabfällen werden aus Niedersachsen in ein Zwischenlager nach Bayern gebracht. Der Zug ist unterwegs.
Es rollt wieder ein Castor-Transport durch Deutschland. Der Zug hat planmäßig um 21.45 Uhr den Hafen im niedersächsischen Nordenham verlassen, wie ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mitteilte. Ziel ist Niederaichbach bei Landshut. Dort werden die sieben Behälter mit hoch radioaktiven Atomabfällen zwischengelagert.
Auf seiner rund 800 Kilometer langen Fahrt nach Bayern werden der Zug und seine sensible Fracht von der Polizei gesichert. Der Start sei störungsfrei abgelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Durchgeführt wird der Transport von der GNS. Die genaue Route und der Zeitplan werden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Atomkraft-Gegner haben in den vergangenen Tagen in mehreren Städten Kundgebungen und Mahnwachen abgehalten, weitere sollen folgen.
Der siebte und letzte Castor-Behälter war dem GNS-Sprecher zufolge am Nachmittag auf einen Waggon geladen worden. Das Schiff „Pacific Grebe“, das die Atomabfälle aus Großbritannien brachte, legte am Abend wieder ab.
Grüne fordern besseren Schutz der Zwischenlager
Die Grünen in Bayern fordern anlässlich des bevorstehenden Castor-Transportes einen besseren Schutz für Zwischenlager und ein zügiges Vorankommen bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager.
Das Problem seien weniger die sieben zusätzlichen Behälter in Niederaichbach, sagte der Grünen-Politiker Martin Stümpfig. „Das grundlegende Problem ist, dass dieser hoch radioaktive Atommüll (…) nicht ausreichend gesichert ist.“ Die Zwischenlager seien ursprünglich für 40 Jahre geplant worden, daraus dürften mangels Endlager 80 bis 100 Jahre werden. Die Forderung nach einem besseren Schutz werde deswegen – und auch angesichts aktueller Bedrohungslagen und neuer, moderner Waffen – immer dringlicher.
Zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur Rücknahme der Atomabfälle völkerrechtlich verpflichtet. Aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield müssen noch sieben weitere Castor-Behälter zurückgenommen werden, die in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert werden.