Verschwundenes Kind: Suche nach Sechsjährigen fortgesetzt

Seit fast einer Woche wird nach dem kleinen Jungen in Weilburg gesucht. Die Polizeit hofft auf Hinweise der Bevölkerung und setzt auf digitale Informationstafeln.

Den siebten Tag in Folge ist in und um Weilburg die Suche nach dem kleinen Pawlos fortgesetzt worden. Neue Hinweise und eine heiße Spur gibt es nach Angaben der Polizei aber nach wie vor nicht. 

Auch in den kommenden Tagen soll weiter nach dem Sechsjährigen gesucht werden. „Die Suchmaßnahmen werden genauso weitergeführt“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur

Bis Freitag soll demnach eine zweistellige Zahl an Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Westhessen weiter im Einsatz sein. Dann werde es eine Neubewertung der Lage geben, sagte der Sprecher. Zudem wolle man neue Hinweise generieren, etwa durch Meldungen aus der Bevölkerung.

Neben den Suchmaßnahmen in Weilburg kündigte die Polizei Westhessen an, ab Montag mehr als 13.000 digitale Informationstafeln etwa an Bahnhöfen, Autobahnraststätten und Flughäfen im öffentlichen Raum zu nutzen, um nach dem Jungen zu suchen. „Die Polizei erhofft sich durch diese Aktion nochmals Hinweise auf seinen Verbleib“, hieß es. 

Pawlos ist laut Polizeiangaben autistisch veranlagt. Am Dienstagmittag war er ohne ersichtlichen Grund von seiner Förderschule in Weilburg davongelaufen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte der Deutschen-Presse-Agentur: „Natürlich beschäftigt sich die Polizei auch intensiv mit den Besonderheiten des Autismus, denn autistische Kinder handeln anders“. 

Die Polizei sei weiter dran, und „wir hoffen und beten, dass es gelingt, Pawlos zu finden“. Die Polizei leiste Großes, aber auch Feuerwehr, THW und viele Menschen aus Weilburg seien im Einsatz, sagte Poseck.

Video aufgetaucht – kein Hinweis auf Verbrechen

Zuletzt tauchte ein Video auf, das den Jungen nach Angaben der Polizei „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ zeigt. Darauf sei zu sehen, wie er auf einer stark befahrenen Straße stehe. Ein Verkehrsteilnehmer begleite ihn von der Fahrbahn. 

Mit dem Mann habe die Polizei bereits gesprochen. Nähere Angaben dazu und was nach dem Video geschah, wollte sie nicht machen. Man gehe weiter von einem Vermisstenfall aus und nicht von einem Gewaltverbrechen oder Kriminaldelikt. 

Ähnlicher Fall im vergangenen Jahr

Es gebe zudem einen engen Kontakt zur Polizei in Bremervörde, hieß es. Dort gab es im vergangenen Jahr einen vergleichbaren Fall. Der ebenfalls damals sechsjährige Arian aus dem niedersächsischen Bremervörde war im vergangenen April aus seinem Zuhause verschwunden. Die Polizei ging davon aus, dass das autistische Kind das Haus selbstständig verließ, und sie leitete eine große Suche ein. 

Zeitweise waren damals bis zu 1.200 Helfer beteiligt, sie durchkämmten Dörfer, Wiesen und Wälder, auch ein Fluss wurde abgesucht. Arians Fall ging tragisch aus. Zwei Monate später, im Juni, fand ein Landwirt beim Mähen einer Wiese in Estorf im Landkreis Stade die Leiche des Kindes. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht.

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