Der Abgeordnete hatte wegen eines gefälschten Parkausweises Ärger mit der Justiz. Trotzdem soll er für das Land im gut bezahlten Nebenposten die Geschäfte des Frankfurter Flughafens kontrollieren.
Die hessische Landesregierung will den SPD-Abgeordneten Marius Weiß trotz einer Affäre um Urkundenfälschung in den Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers Fraport schicken. Das sagte der Regierungssprecher von Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Das Kabinett von Rhein habe im Februar einen entsprechenden Beschluss auf Vorschlag der SPD gefasst. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk (hr) berichtet.
Das Land ist mit einem Anteil von gut 31 Prozent größter Aktionär der Fraport, die den Frankfurter Flughafen betreibt. Der Rechtsanwalt Weiß soll als Vertreter des Landes in das Kontrollgremium entsandt werden. Bei der Hauptversammlung der Fraport im Mai sollen die Aktionäre dem hr-Bericht zufolge über den Posten entscheiden.
Berufung trotz Affäre um gefälschten Parkausweis
Die Personalie ist heikel, weil Weiß in eine Affäre um Urkundenfälschung verstrickt war. Nach Ermittlungen um einen gefälschten Parkausweis hatte das Amtsgericht Wiesbaden im August 2023 Strafbefehl gegen ihn erlassen. Er umfasste 80 Tagessätze zu 160 Euro, insgesamt 12.800 Euro.
Weiß soll einen Parkausweis zur Einfahrt in den Landtag gefälscht haben. Er hatte sich im Juni 2023 für einen „Fehler“ entschuldigt und seinen Vorsitz im Landtags-Untersuchungsausschuss zum Attentat in Hanau niedergelegt.
Dem hr-Bericht zufolge soll es nun selbst in den Reihen der SPD Kritik an der Personalie Weiß geben, auch wenn die Strafe wegen der Urkundenaffäre formell einer Berufung bei Fraport nicht entgegenstehe. Als Aufsichtsrat würde Weiß einen gut dotierten Posten zusätzlich zu seinen Bezügen als Landtagsabgeordneter erhalten und die Fraport- Unternehmensführung kontrollieren. Weiß wollte sich auf Anfrage gegenüber dem hr nicht in eigener Sache äußern.