„Gehen zu weit“: US-Universität will nicht Teil von „The White Lotus“ sein – wegen mancher Szenen

In der aktuellen Staffel von „The White Lotus“ ist der Schriftzug der amerikanischen Uni Duke zu sehen. Ihr gefällt das gar nicht, denn manchen dieser Szenen „gehen zu weit“.

Die bis jetzt drei Staffeln von „The White Lotus“ sind für die wenigsten ihrer Hauptcharaktere Schaufenster für tadelloses Verhalten. Die bissige Gesellschaftssatire zeigt in jeder Staffel viele reiche Menschen, die Urlaub in einem Luxusressort machen – und sich nicht von ihrer besten Seite zeigen. Es geht um Mord, Drogenmissbrauch, toxischem Verhalten bis hin zu Inzest. 

Als Bildungsinstitut möchte man damit nicht gerne in Verbindung gebracht werden. Und doch spielt die US-Universität Duke eine kleine Rolle in der aktuellen Staffel der Serie – begeistert ist sie davon nicht.

Einer der Hauptcharaktere ist Timothy Ratliff (gespielt von Jason Isaacs), Familienvater und fragwürdiger Unternehmer, der sich mit einem Skandal konfrontiert sieht, der ihn in der Serie zu extremen Taten bringt. Er ist Absolvent der Duke und trägt in manchen Szenen ein T-Shirt der Uni. Sein jüngster Sohn Lochlan (Sam Nivola) steht vor der Frage, ob er an die Duke oder die UNC geht. Auch er hat es im Thailand-Urlaub nicht immer einfach.

„The White Lotus“: Szenen gehen Duke Universität zu weit

Die Duke in Person von Frank Tramble, Vizechef der Kommunikationsabteilung der Universität, schrieb in einer E-Mail an die „New York Times“, dass die Uni nicht zugestimmt habe, dass ihre Logos im Film verwendet werden dürfen. Vorrangig geht es um die Kleidung, deren Symbolik eigentlich markenrechtlich geschützt ist. 

Aber es geht ihm auch um die Szenen, in denen sie zu sehen ist: Die Serie nutze die Marke Duke nicht nur ohne Erlaubnis, „sondern auch in Szenen, die schwierig sind, die nicht unsere Werte repräsentieren oder wer wir sind. Sie gehen zu weit.“ Gleichzeitig sagte er aber, dass die Duke-University natürlich die Kunstfreiheit und „kreatives Storytelling“ unterstütze.

Ob die Einrichtung gegen „The White Lotus“ vorgehen werde, sagte Frank Tramble der „New York Times“ nicht. Auch HBO, die Produktionsfirma hinter der Serie, wollte sich nicht dazu äußern. Die „New York Times“ sprach jedoch mit Juristen über die Frage, ob die Duke überhaupt Erfolgsaussichten hätte, wenn sie sich juristisch gegen die Verwendung ihrer Marke wehrte. Die knappe Antwort: wohl kaum.

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