Heimliche Überwachung, körperliche Gewalt und zuletzt eine tödliche Attacke auf die Ehefrau: Das wirft die Staatsanwaltschaft einem 38-Jährigen vor. Er schildert den verhängnisvollen Streit anders.
Knapp vier Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 31-Jährigen in Coesfeld hat die Staatsanwaltschaft Münster Mordanklage gegen den Ehemann erhoben. Sie wirft dem 38 Jahre alten Libanesen vor, seine getrennt lebende Frau aus Wut über die vorherige Trennung und im Streit um das Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Kinder erdrosselt zu haben. Der 38-Jährige ist seit Anfang Dezember in Untersuchungshaft. Er bestreitet einen Tötungsvorsatz, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.
Der Mann soll seine Frau überwacht haben
Laut Anklage soll der Mann seine Frau der Untreue verdächtigt und deshalb heimlich Überwachungskameras in der gemeinsamen Wohnung installiert haben. Als die Deutsche davon erfuhr, trennte sie sich laut Anklage von ihm, der Ehemann musste ausziehen. Es habe in der Folge immer wieder Konflikte um das Sorgerecht für die Kinder gegeben, wobei es auch körperliche Übergriffe des Mannes gegeben habe.
Er brach wohl über den Balkon in die Wohnung ein
Am 4. Dezember 2024 soll der Mann über den Balkon in die leere Wohnung eingedrungen sein und sich im Schlafzimmer versteckt haben. Als die Frau nach Hause kam und vor Schreck schrie, soll er ihr erst den Mund zugehalten haben. Später griff er laut Anklage nach einer am Boden liegenden Kinderleggins und drückte sie vor den Mund der Frau. Dann soll er das Kleidungsstück um den Hals der Frau gelegt und sie damit erdrosselt haben.
Laut Anklage gibt der Mann an, dass er mit seiner Frau nur habe reden wollen. Er habe ihr Geld anbieten wollen, um das alleinige Sorgerecht für die Kinder zu bekommen. Bei der körperlichen Auseinandersetzung im Schlafzimmer habe sie geschrien und ihn gebissen. Er habe ihr die Hose vor den Mund gedrückt, damit sie damit aufhöre. Die 31-Jährige war am frühen Abend von einer Angehörigen tot in ihrer Wohnung in Coesfeld gefunden worden.